KiWiZ-Partnerschule wird “Schule des Jahres 2020”

Die Otfried-Preußler-Schule gewinnt den Deutschen Schulpreis 2020. Mit ihrem konsequenten inklusiven Konzept und ihrem projektbezogenen, fächerverbindenden Unterricht hat die Grundschule in Hannover die Jury überzeugt. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte am gestrigen Mittwoch die herausragende Arbeit der Grundschule bei der Preisverleihung am 23. September. Über weitere Preise freuen sich fünf Schulen aus Bonn, Durmersheim, Einbeck, Essen und Schuttertal.

Als Partnerschule des TÜV Nord ist die Otfried-Preußler-Schule bereits seit vielen Jahren zusammen mit dem KiWiZ e.V. aktiv in der MINT-Förderung tätig. So arbeiten die Lehrkräfte nicht nur mit dem KiTec-Kasten, sondern auch im Pilotprojekt “Calliope mini” an der Einführung informatischer Bildung an Grundschulen.

Porträt der Otfried-Preußler-Schule

Jonas* braucht mehr Schlaf als andere Kinder. Ein normaler Schultag kostet ihn so viel Kraft, dass er im Unterricht immer wieder wegnickt. Manchmal ist er so erschöpft, dass nur ein richtiges Schläfchen hilft. Wenn Jonas schlummert, ziehen sich die anderen Kinder seiner Klasse leise in den Nachbarraum zurück, legen sich aufs Sofa und lesen sich gegenseitig etwas vor. „Es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Die Türen bleiben offen, und die Kinder schauen wie in einer Familie nach, ob er wach ist, wann er zurückkommt oder ob sie sich vielleicht noch dazulegen“, sagt Alexandra Vanin.

Sie ist seit 2014 Schulleiterin an der Otfried-Preußler-Schule Hannover, einer barrierefreien Grundschule, die sich seit mehr als zehn Jahren der Inklusion verpflichtet hat. Der erst vier Jahre alte Neubau ist so ausgestattet, dass alle Kinder die Grundschule besuchen können – unabhängig von Sinnes- oder Körperbeeinträchtigungen. „Wir haben vom Fahrstuhl bis zum Pflegebad alles, was man aus medizinischer oder pflegerischer Sicht benötigt“, erklärt Alexandra Vanin. Rund 16 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Für Kinder wie Jonas ist es wichtig, dass Lernbarrieren abgebaut werden. Doch die Otfried-Preußler-Schule versteht unter „barrierefrei“ mehr als nur den technischen Aspekt: „Barrierefreier Umgang heißt für uns, dass wir alle so annehmen, wie sie sind“, sagt Alexandra Vanin.

Laudatio zum

Rund 400 Räuber, Hexen, Gespenster und Wassermänner lernen an der Otfried-Preußler-Schule in Hannover in vier Lernhäusern, die nach den Figuren aus Otfried Preußlers Büchern benannt sind. Der Schultag in der inklusiven und barrierefreien Grundschule startet in jeder Klasse mit einem Morgenkreis am interaktiven Whiteboard, begleitet von Gebärden, die alle Kinder der Schule lernen. An vier Tagen in der Woche befassen sich die Kinder dann in Gruppen selbstständig, doch stets gut angeleitet und betreut, mit ihren Aufgaben, die an den „Lernrädern“, den schulinternen Arbeitsplänen, orientiert sind. Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen lernen in allen Klassen gemeinsam mit den anderen. An einem Tag der Woche wird jahrgangsübergreifend an einem Projekt gefeilt. Die Kinder lernen engagiert und erfolgreich – dafür braucht man an der Otfried-Preußler-Schule keine Noten.

Eine besondere Lerngelegenheit ist der wöchentliche Schulkiosk „Ottis Eck“: Hierfür bereiten die Kinder Leckereien zu, die sie in der großen Pause verkaufen. Dann versammelt sich die Schulgemeinschaft in der Mensa an den professionell gestalteten Ständen. In dem hellen, modernen Schulgebäude lassen sich auch lange Tage im Ganztag sehr gut aushalten.

Auch die Erwachsenen sollen sich an der Schule wohlfühlen und bekommen Raum, sich selbst und die Schule weiterzuentwickeln. Die Wertschätzung der Schulleitung für die Arbeit des Kollegiums drückt sich in verschiedenen Innovationen aus:  Dazu gehören Arbeitszeitkonten, multiprofessionelle Teamarbeit auf Augenhöhe, gut gestaltete Räume und Zukunftswerkstätten, deren Ergebnisse keine Luftschlösser bleiben, sondern tatsächlich Realität werden.

Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Webseite des Deutschen Schulpreises:

Deutscher Schulpreis 2020 (externer Link, öffnet neuen Tab)

KiWiZ-Forscherpreis 2020

Einmal im Jahr, vor den Sommerferien, werden die besten KiTec-Projekte aller Patenschulen im Rahmen des KiWiZ
Forscherpreises prämiert. Bis Ende April können sich Schulen mit einem 5er-Team zum Wettbewerb anmelden. Der KiWiZ-Forscherpreis ist mit Preisgeldern dotiert. Ein Preisgeld von 100€ wird in vier Kategorien vergeben: „Umsetzung des Themas“, „Technische Umsetzung“, „Kreativität“, „Smart “ und „Junge Forscher“. Darüber hinaus gibt es als Sonderpreis für eine 3. Klasse einen Besuch im TechLab der Uni Hannover. Jede weitere Schule erhält eine Urkunde und eine Aufwandsentschädigung von 50€. Jeder Teilnehmer erhält eine Medaille.

Schutz geht vor

In diesem Jahr war der KiWiZ Forscherpreis allerdings dann auch von den Corona-Einschränkungen betroffen. So hatten sich bis Ende Februar zwar bereits 10 Schulen zum Forscherpreis angemeldet, und einige hatten auch schon mit dem Bau eines Projektes begonnen. Doch durch den verzögerten, stufenweisen Beginn des Präsenzunterrichts an den Grundschulen mit geteilten Klassen und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen wurden die Projektarbeiten dann doch dauerhaft eingeschränkt.

Virtueller Forscherpreis?

Zwischenzeitlich hatte die Jury sogar schon überlegt, nach dem stufenweisen Beginn des Präsenzunterrichts in den 3. und 4. Klassen einen „virtuellen“ Forscherpreis mit Beschreibungen, Fotos und Videos durchzuführen. Nachdem es dann aber auch weiterhin nicht erlaubt war, Arbeitsgruppen außerhalb des festen Gruppenverbunds an Projekten arbeiten zu lassen und Arbeitswerkzeuge gemeinsam zu nutzen, wurde entschieden, den Termin für den KiWiZ Forscherpreis bei der VHV im nächsten Schuljahr fortzuführen. Alle Schulen, die sich bereits Anfang des Jahres für den KiWiZForscherpreis in Hannover angemeldet hatten, erhalten natürlich die versprochene Aufwandsentschädigung in Höhe von 50€ für die Schule.

MINT begeistert – auch Zuhause

Unter dem Motto „Wir bleiben schlau!“ haben sich bereits im April dieses Jahres 50 MINT-Akteure zur „Allianz für MINT-Bildung zu Hause“ zusammengeschlossen, um trotz der bundesweiten Schulschließungen außerschulische digitale Lehrangebote bereitzustellen. Darunter ist auch unser langjähriger Bildungspartner, die Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.

MINT-Bildung für Zuhause

Auf Initiative des Bundesbildungsministeriums (BMBF) und der MINT-Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz (KMK) und unterstützt von den Bundesländern zeigen die Mitglieder der Allianz gemeinsam, dass es nicht viel braucht, um in den eigenen vier Wänden zu experimentieren, zu programmieren, Neues zu entdecken und sich für MINT begeistern zu lassen. Sie zeigen zugleich, was online alles möglich ist und wie digital und analog Hand in Hand gehen, wenn die Küche zum Labor oder der Garten zum Experimentierfeld werden.

Was für Angebote gibt es?

Die Angebote reichen von Programmieren lernen über Experimente zu Hause bis hin zum virtuellen Chemie-Labor. Es gibt Wettbewerbe, Rätsel, Tutorials, Videos, Podcasts, TV-Angebote und noch vieles mehr zu entdecken. Die „Allianz für MINT-Bildung zu Hause“ wächst derweil immer weiter und somit auch die Angebote für Kinder und Jugendliche. Viele Angebote finden Lehrende, Eltern und vor allem Kinder und Jugendliche in einem interaktiven MINT-Wimmelbild der „Allianz für MINT-Bildung zu Hause“. Ob im Lehrerzimmer, in der Schulklasse, im Labor oder im Rechenzentrum: Überall gibt es spannende Angebote zu entdecken, die sich hinter den einzelnen Symbolen verstecken und die Begeisterung für MINT nachhaltig fördern sollen.

Partner der Allianz für MINT-Bildung

Für eine qualitativ hochwertige MINT-Bildung, auch in Zeiten von „Home Schooling“, steht die MINT-Allianz geschlossen ein. Wichtig ist allen Partnern, dass Kinder und Jugendliche Spaß an MINT haben. (Quelle: BMBF)

Weitere Informationen

Bestehende Angebote werden durch neue ergänzt: Dazu gehört „Mathe im April“, eine Sonderedition des bekannten digitalen Adventskalenders „Mathe im Advent“, die MintatHome-Challenge, organisiert von den Machern des Informatik-Biber und ein 3D-Druck-Wettbewerb.

Weitergehende Informationen hierzu finden Sie unter:
www.bildung-forschung.digital